Innovationsschub dank offener Daten

SBB Open-Data-PlattformNächster Artikel

Das Angebot des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz gehört zur europäischen Spitze. Damit dies so bleibt, baut die SBB die Bahninfrastruktur bis 2040 massiv aus. Neben der Herausforderung bezüglich Infrastruktur verändern sich zudem die Kundenbedürfnisse. Es reicht nicht mehr, von Ort zu Ort transportiert zu werden. Aber wie erfüllt die Bahn die steigenden Bedürfnisse?

Digital, findet Rahel Ryf. Die Verantwortliche der Fachstelle Open Data öV bei der SBB setzt grosses Vertrauen in die Digitalisierung: “Wir verfügen im Bereich Infrastruktur über eine gute Basis für die Zukunft, welche wir kontinuierlich unterhalten und erweitern. Jetzt sorgen wir im digitalen Bereich dafür, dass diese Services noch besser miteinander harmonieren.” Damit verdichtet die SBB nicht nur das Angebot mit Hilfe von digitalen Services, sondern kombiniert auch öffentlichen und privater Verkehr besser miteinander.

Weg von “Not invented here”

Dass es einen Innovationsschub in Sachen digitaler Lösungen für den öffentlichen und kombinierten Verkehr braucht, sieht auch das Bundesamt für Verkehr. Entsprechend erteilte es der SBB Infrastruktur den Auftrag, die Daten und Infrastruktur bereitzustellen. Diese wiederum wählte in einem offenen Ausschreibungsverfahren Liip.

Mit aktuell rund sechs Gigabyte an maschinenlesbaren Daten, einem “Kochbuch” mit Beispielen und Anleitungen sowie dem Community Management für Austausch und Support orientiert sich die Open-Data-Plattform öV Schweiz an den Bedürfnissen einer grossen Zahl von Stakeholdern: vom Bund über die Bahn und das ganze System des öffentlichen Verkehrs bis zu den Nutzern der Daten in Unternehmen, Startups und der ganzen Open Data Community.

Und sie bildet gleichzeitig eine Basis für innovative Ansätze aus verschiedensten Richtungen: Eine App, die nur die Abfahrten der nächstgelegenen Station anzeigt? Time for Coffee. Ein Chat-Bot der dich beim Betreten eines Bahnhofs über die aktuellen Verspätungen informiert? TrainDelayBot. Eine App in der ich mit einem Wisch die gewünschte Strecke abrufe? Der Viadi Touch-Fahrplan. Letzterer entstand auf Basis frei verfügbarer Daten – und ist mittlerweile Teil der offiziellen SBB-App. Die SBB weiss das Potenzial der Community zu nutzen, eine „Not invented here“ Barriere gibt es nicht mehr.

Open Source für offene Daten

opentransportdata.swiss setzt auf Open Source Lösungen. Mit CKAN als Datenkatalog, WordPress als Content Management System und Discourse für das Community Management bauen SBB und Liip auf bewährte Technologien. Zusätzlich stellt die Plattform mit GTFS-RT sicher, dass Daten in Echtzeit zur Verfügung stehen.

Auch der innovative Ansatz fehlt nicht. Über die API-Management Plattform Tyk machte das Projektteam Schnittstellen von Umsystemen effizient, sicher und kontrolliert öffentlich. Die SBB definiert somit klare, kontrollierbare Bedingungen und kann ebenfalls von Geschäftsideen profitieren. Damit am Ende offene Daten nicht nur zu offenen Rechnungen führen.

Das Potenzial von opentransportdata.swiss erkannte auch die Jury des Best of Swiss Web Awards 2017 und verlieh dem Projekt einen Bronze Award in der Kategorie Public Affairs.

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