KI gehört für mich bereits zum Alltag

Ende 2022 habe ich zum ersten Mal ChatGPT in einem Video auf TikTok gesehen und habe es direkt ausprobiert. Ich konnte mir Inhalte schneller erklären lassen als meine Lehrpersonen, Aufgaben besser lösen, als wenn ich es selbst machen würde, und sogar Ideen entwickeln, auf die ich nie gekommen wäre. Das faszinierte mich sehr.

Aber wie mächtig und auch wichtig KI wirklich ist, wurde mir erst anfangs meiner Lehre klar. Heute nutze ich sie täglich. Nicht, damit sie meine Arbeit macht, sondern damit ich mir selbst Neues beibringen kann, gezielter recherchieren kann und bei bestimmten Aufgaben effizienter vorankomme.

Meine Lehre ist vielseitig. Genau das macht sie spannend

Ich mache eine Lehre als Entwickler Digitales Business EFZ. Ich bin momentan im zweiten Lehrjahr. Nach dem ersten Jahr im Bbc Basislehrjahr arbeite ich seit Sommer 2025 bei Liip.

An dieser Lehre finde ich besonders spannend, dass ich viele verschiedene Aufgaben habe. Ich arbeite in verschiedenen Circles, selbstorganisierte Teams nach Holokratie, mit. So lerne ich viele unterschiedliche Perspektiven, Aufgaben und Personen kennen.

Ich bin im Finance Circle gestartet, da ging es stärker um Datenmanagement. Seither hatte ich die Möglichkeit, in verschiedene weitere Teams reinzuschauen und jeweils andere Aufgaben, Perspektiven und Arbeitsweisen kennenzulernen. Heute arbeite ich im Content- und Design Circle mit Fokus auf Prozessoptimierung, Automatisierung und KI. Ich lerne auch noch einige andere Circles, Aufgaben und Rollen im Laufe meiner Lehre kennen.

Diese Vielfalt passt gut zu mir. Ich arbeite gerne strukturiert, kommuniziere aktiv und finde es spannend, Abläufe zu analysieren und zu verbessern. Bei Liip habe ich die privilegierte Chance bereits früh in der Lehre Verantwortung zu übernehmen. Ich arbeite an wirkungsvollen internen und externen Projekten mit, treffe Entscheidungen und bringe eigene Ideen ein. Das unterscheidet Liip für mich stark von vielen anderen Ausbildungsorten.

Der Umgang mit Kund*innen gehört dazu

Ein Teil meiner Lehre, der von aussen vielleicht weniger sichtbar ist, ist der Umgang mit Kundinnen. Ich lerne, professionell zu kommunizieren, die eigene Firma gut zu vertreten und wichtige Faktoren für eine gute Zusammenarbeit kennen. Das bedeutet zum Beispiel, Informationen im Team klar zu vermitteln, Anforderungen abzuholen und in Projekten strukturiert zu kommunizieren. Weil ich als Lernender früh bei echten Projekten mitwirke, entwickle ich ein gutes Gespür dafür, was Kundinnen wirklich wichtig ist.

Wie ich KI konkret nutze

KI wird besonders hilfreich, wenn ich viel Kontext gebe. Dann wird aus einem allgemeinen Tool ein wertvoller Sparringspartner. KI unterstützt mich vor allem, wenn ich ein klares Ziel habe und schnell einen guten ersten Entwurf brauche. Ich nutze sie zum Beispiel für Brainstormings, um neue Begriffe zu verstehen, für Recherchen oder um Texte zu strukturieren.

  • Fun Fact am Rande: Auch dieser Blogpost wurde teilweise mit KI strukturiert. Ich habe meine Gedanken gesammelt, den Kontext erklärt und mir dann helfen lassen, eine sinnvolle Struktur zu erstellen. So nutze ich KI im Alltag.

Ein gutes Beispiel ist das Manual für das LiipGPT Backend, das ich geschrieben habe. Am Anfang hatte ich praktisch keine Erfahrung mit dem Schreiben von Manuals. Deshalb habe ich mir zuerst mithilfe von KI die Basics beigebracht. Danach habe ich der KI so viel Kontext wie möglich mitgegeben und Schritt für Schritt mit ihr einen Entwurf entwickelt. Am Ende entstand ein Handbuch, das intern oft genutzt und für Kund*innen individuell ausgebaut wird. Für mich war das ein Moment, in dem ich merkte, wie viel Mehrwert KI bringen kann, weil ich nicht nur schneller und ohne Erfahrung arbeiten konnte, sondern auch ein Ergebnis entstanden ist, das anderen im Alltag wirklich hilft.

Ich nutze diese Tools nicht unüberlegt. Ich teste sie, vergleiche sie und überlege genau, für welchen Anwendungsfall sie wirklich sinnvoll sind.

KI ist mein bester Lernbuddy

KI hat grosses Potenzial beim Lernen. Sie vereinfacht Inhalte, liefert Beispiele und passt sich an mein Niveau an. Das schafft kein Lehrbuch. Der Einstieg ins Thema gelingt so schneller. Als Lernender stelle ich der KI Fragen und Rückfragen, die ich mir im Unterricht nicht zu stellen trauen würde.

Gleichzeitig gilt jedoch: KI darf das eigene Denken nie ersetzen. Wer nicht versteht, wie KI funktioniert und wie sie genutzt werden kann, lernt am Ende wenig.

Für mich gehören Offenheit und kritisches Hinterfragen zum Umgang mit neuen Tools dazu. KI kann Lernende stärken, aber nur, wenn sie bewusst als Werkzeug genutzt wird. Darum ist es wichtig, dass sich Lernende schon in der Ausbildung mit KI beschäftigen. Nicht erst später, wenn alle anderen längst routinierte Nutzer*innen sind.

Wie nutzt du KI?

Vielleicht lohnt es sich, nach diesem Text kurz innezuhalten und über den eigenen Umgang mit KI nachzudenken. Wie nutzt du KI heute wirklich in deinem Alltag? Welchen konkreten Mehrwert bringt sie dir dabei? Ist sie für dich nur ein Werkzeug, das du ab und zu ausprobierst? Oder setzt du sie bewusst ein, um besser, schneller oder strukturierter zu arbeiten?

Bei Liip erlebe ich direkt, wie eine Organisation KI nicht nur nutzt, sondern aktiv mitgestaltet:

  • Regelmässige Wissensaustausche und Liip Talks zu KI, von neuen Modellen bis zu ethischen Fragen.
  • KI Trainings für alle Mitarbeitenden. Intern bieten wir Workshops und spezielle Module an, damit alle sicher im Umgang mit KI bleiben.
  • Entwicklung und Weiterentwicklung eigener KI Tools wie LiipGPT, das bereits bei Kund*innen aus dem Gesundheits-, Rechts- und öffentlichen Bereich im Einsatz ist.
  • AI Sustainability Guidelines, ein interner Rahmen, der sicherstellt, dass KI Projekte ethisch und nachhaltig umgesetzt werden.

Das zeigt mir, wie eine Organisation aussehen kann, die KI nicht blind einsetzt, sondern Verantwortung dafür übernimmt.

Wie nutzen Mitarbeitende in deinem Unternehmen KI? Gibt es klare Regeln oder Angebote, um KI sinnvoll einzusetzen? Wo könnte KI dich in deiner Rolle konkret unterstützen, wenn du sie gezielter anwendest?

KI ist kein festes Konzept, das für alle gleich funktioniert. Aber wer sie früh nutzt, merkt schnell: Die Frage ist nicht, ob man noch eine Lehre braucht, sondern wie viel mehr man aus ihr herausholt, wenn man KI hat.