In diesem Blogbeitrag beschreibe ich, wie wir unsere Nachhaltigkeitsstrategie mit unseren Kundenprojekten verbinden. Du erfÀhrst, wie wir Fussabdruck und Handabdruck zusammen denken und was wir unter einem Impact Project verstehen: anhand von 4 konkreten Beispielen.

Liips Nachhaltigkeitsstrategie

Liips Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf 3 Pfeilern:

  • Wir reduzieren den Fussabdruck von Liip als Organisation.
  • Wir reduzieren den Fussabdruck der digitalen Produkte, die wir entwickeln.
  • Wir bringen unsere Expertise in Impact Projects ein.

Woher kommt diese Struktur?

Wenn wir ĂŒber Nachhaltigkeit sprechen, unterscheiden wir zwischen Fussabdruck und Handabdruck.

Der Fussabdruck beschreibt die negativen Auswirkungen unseres eigenen Handelns, etwa CO₂-Emissionen, Ressourcenverbrauch oder soziale Risiken der GeschĂ€ftstĂ€tigkeit. Der Fussabdruck zeigt, wo wir Verantwortung ĂŒbernehmen und unsere negativen Auswirkungen reduzieren mĂŒssen.

So wichtig das ist: Einzelpersonen und einzelne Organisationen stossen schnell an ihre Grenzen, wenn sie sich nur auf ihren eigenen Fussabdruck konzentrieren. Das liegt daran, dass wir immer innerhalb von Systemen agieren – wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, die unser Handeln prĂ€gen.

Hier kommt der Handabdruck ins Spiel: Er steht fĂŒr den Beitrag, den wir mit unserer Arbeit leisten – vor allem fĂŒr den systemischen Wandel. Also fĂŒr die VerĂ€nderung von Strukturen, Prozessen und GeschĂ€ftsmodellen, damit nachhaltiges Handeln zum neuen Standard wird.

FĂŒr Liip bedeutet Nachhaltigkeit deshalb beides:

  • Den eigenen Fussabdruck konsequent reduzieren.
  • Gleichzeitig und gezielt unseren Handabdruck vergrössern.

Erst die Kombination erzeugt eine Wirkung, die ĂŒber das Unternehmen selbst hinausgeht.

Progress Metric

Als Agentur liegt ein bedeutender Hebel in den Projekten, die wir jedes Jahr realisieren.

Bei Digital Progress geht es um unsere Expertise. Und diese bringen wir in die Projekte unserer Kundinnen und Partnerinnen ein. Dies entspricht unserem Purpose.

Und genau deshalb schauen wir genau hin: Werden wir unserem Purpose gerecht?

Bei Liip haben wir dafĂŒr ein Tool entwickelt, das wir Progress Metric nennen:

Das ist unser Kompass:

  • Steigt unser Beitrag – ĂŒber das ganze Portfolio betrachtet?
  • Welche Projekte haben letztes Jahr einen besonders positiven Beitrag geleistet?
  • Zu welchen SDGs leisten wir einen (positiven) Beitrag? Welche erhalten weniger Aufmerksamkeit?

(Ein Update zur Entwicklung der Progress Metric findest du in unserem Sustainability Report.)

Projekte, die einen positiven Beitrag leisten, nennen wir Impact Projekte.

Impact Projekte sind fĂŒr uns kein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer bewussten Entscheidung: Wir setzen unsere digitale Expertise dort ein, wo sie gesellschaftlich und ökologisch relevante Systeme stĂ€rkt.

Was ist ein Impact Projekt?

Um dir eine konkrete Vorstellung zu geben, stelle ich dir 4 Impact Projects vor, die wir 2025 umgesetzt haben:

  • MedAI fĂŒr das Amt fĂŒr Invalidenversicherung des Kantons Waadt (OAI)
  • Relaunch fĂŒr die AOZ
  • Relaunch fĂŒr die Banque Alimentaire Fribourgeoise (BAFR)
  • Monitoring-Plattform fĂŒr Infofauna

Wer ist das Amt fĂŒr Invalidenversicherung des Kantons Waadt?

Das Amt fĂŒr Invalidenversicherung des Kantons Waadt (OAI) ist die kantonale IV-Stelle. Es ist zustĂ€ndig fĂŒr die Bearbeitung von IV-FĂ€llen – insbesondere fĂŒr die PrĂŒfung medizinischer Dossiers, die fĂŒr Leistungsentscheide notwendig sind. Es operiert im Rahmen des Schweizer Sozialversicherungssystems und arbeitet eng mit Ärzt*innen, SpitĂ€lern und anderen medizinischen Einrichtungen zusammen.

Gemeinsam haben wir MedAI entwickelt: eine skalierbare, sichere, digitale Plattform, die das Einreichen und Bearbeiten von Arztberichten vereinfacht, beschleunigt und digitalisiert. Die ganze Geschichte liest du in unserem Blogbeitrag «MedAI: erste Erfolge und neue Entwicklungen».

Warum ist es ein Impact Project?
MedAI zeigt eine messbare Wirkung dort, wo es am meisten zĂ€hlt: fĂŒr Menschen, die auf einen IV-Entscheid warten. Schnellere Entscheide fĂŒr Menschen, die auf diese Sozialversicherung angewiesen sind, weniger administrativer Aufwand fĂŒr medizinisches Fachpersonal und ein effizienterer Einsatz öffentlicher Ressourcen. Das ist echter Fortschritt, keine blosse Hypothese.

Zu welchen SDGs trÀgt das Projekt bei?

  • MenschenwĂŒrdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (8)
  • Weniger Ungleichheiten (10)
  • Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen (16)
  • Gesundheit und Wohlergehen (3)
  • Keine Armut (1)

Wer ist die AOZ?

Die AOZ ist eine öffentlich-rechtliche Anstalt der Stadt ZĂŒrich. Sie ist zustĂ€ndig fĂŒr Unterbringung, Betreuung und Sozialhilfe fĂŒr GeflĂŒchtete sowie fĂŒr Integrationsprogramme fĂŒr Zugewanderte. Im Auftrag von Stadt, Gemeinden, Kantonen und Bund unterstĂŒtzt sie Menschen dabei, sprachliche, berufliche und soziale Kompetenzen aufzubauen und ein möglichst selbststĂ€ndiges Leben zu fĂŒhren.

Was war das KernbedĂŒrfnis hinter dem Projekt?
Eine klare, zielgruppenorientierte, barrierefreie und zukunftsfÀhige Web-Plattform, die Orientierung bietet, Vertrauen stÀrkt und der gesellschaftlichen Rolle der AOZ gerecht wird.

Warum ist es ein Impact Project?
Die AOZ arbeitet an zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen: Integration, soziale StabilitĂ€t und Chancengleichheit. Eine klar strukturierte, zugĂ€ngliche digitale Plattform erleichtert den Zugang zu Informationen – und damit zu UnterstĂŒtzung. Das stĂ€rkt nicht nur Einzelpersonen, sondern ein ganzes Integrationssystem.

Zu welchen SDGs trÀgt das Projekt bei?

  • Weniger Ungleichheiten (10)
  • Keine Armut (1)
  • Nachhaltige StĂ€dte und Gemeinden (11)
  • Hochwertige Bildung (4)
  • MenschenwĂŒrdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (8)

Wer ist die Banque Alimentaire Fribourgeoise (BAFR)?

Die Banque Alimentaire Fribourgeoise (BAFR) ist eine gemeinnĂŒtzige Organisation, die gegen Hunger und Lebensmittelverschwendung kĂ€mpft. Jede Woche rettet sie mehrere Tonnen ĂŒberschĂŒssiger Lebensmittel von HĂ€ndler:innen und Produzent:innen und verteilt sie just-in-time an rund 30 soziale Organisationen im Kanton Freiburg.

Finanziert ĂŒber unseren Liipers' Fund, hat ein Team von Liip-Lernenden – begleitet von ihren Berufsbildner:innen – der BAFR eine neue, professionelle und zugĂ€ngliche Website gestaltet und gebaut, die der Organisation mehr digitale Sichtbarkeit verschafft, um Spender:innen und Hilfesuchende zu erreichen. Die ganze Geschichte liest du in unserem Blogbeitrag «UnterstĂŒtzung der BAFR: Ein Gemeinschaftsprojekt von Lernenden und Berufsbildenden».

Warum ist es ein Impact Project?
Das Projekt stĂ€rkt die Infrastruktur der gemeinnĂŒtzigen Organisation. Es verbessert Prozesse, Reichweite und ZugĂ€nglichkeit, wichtige Voraussetzungen fĂŒr gesellschaftliche Wirkung.

Das Projekt hatte eine doppelte Wirkung: Es stÀrkte eine soziale Organisation. Und es bot unseren Lernenden echte, sinnstiftende Projektverantwortung.

Zu welchen SDGs trÀgt das Projekt bei?

  • Kein Hunger (2)
  • Nachhaltiger Konsum und Produktion (12)
  • Keine Armut (1)

Wer ist Infofauna?

Infofauna ist die nationale Daten- und Koordinationsstelle fĂŒr wildlebende Tierarten in der Schweiz. Im Auftrag von Bund und Kantonen sammelt und verwaltet die Organisation Daten zur Tierwelt und BiodiversitĂ€t und macht sie fĂŒr Forschung, Naturschutz und Behörden zugĂ€nglich.

Was war das KernbedĂŒrfnis hinter dem Projekt?
Infofauna brauchte eine zukunftsfÀhige, zentrale Plattform, um die biologischen Daten zur WasserqualitÀt in der ganzen Schweiz strukturiert zu erfassen, zu sichern und zugÀnglich zu machen.

Zu welchen SDGs trÀgt das Projekt bei?

  • Leben an Land (15)
  • Leben unter Wasser (14)
  • Sauberes Wasser und SanitĂ€rversorgung (6)
  • Partnerschaften zur Erreichung der Ziele (17)
  • Massnahmen zum Klimaschutz (13)

Fazit

Impact Projects haben bei Liip eine zentrale Bedeutung:

  • Sie entsprechen unserem Purpose.
  • Sie sind der Handabdruck unseres Unternehmens und tragen zum systemischen Wandel bei.
  • Gemeinsam mit unseren Kund:innen und Partner:innen leisten wir einen positiven Beitrag zu den Sustainable Development Goals.
  • Sie sind fĂŒr viele unserer Mitarbeitenden ein zentraler Teil ihrer Arbeit.

Wichtig: Alle unsere Kund:innen – ob Impact Projekt oder nicht – ermöglichen es uns, in Zukunft noch mehr Impact Projekte umzusetzen.

Diese vier Projekte zeigen exemplarisch, wie wir unseren Handabdruck vergrössern: Nicht durch einzelne Kampagnen, sondern durch strukturelle Verbesserungen in Verwaltung, Integration, ErnÀhrungssicherheit und BiodiversitÀts-Monitoring.

FĂŒr uns ist Digital Progress kein Selbstzweck. Sondern ein Hebel fĂŒr gesellschaftliche Entwicklung.