Der Motor der Entwicklung in Richtung Agilität – ein Interview mit Kim Bercht von Romande Energie

  • Thierry Krummenacher

2019 wird bei Romande Energie ein Pilotprojekt auf drei Ebenen lanciert: das Redesign des Kundenbereichs, die Bildung und Schulung eines Entwicklerteams und die Umstellung auf agile Entwicklung. Wir begleiten Romande Energie in diesem vielschichtigen VerÀnderungsprozess.

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Kim Bercht, warum bist du als Experience Designerin und Product Owner bei Romande Energie auf uns zugekommen? Welche Herausforderungen gab es zu meistern?

Wir haben Liip im Rahmen der Neugestaltung unseres Kundenbereichs kontaktiert. Damals standen wir vor verschiedenen Herausforderungen. Das wollten wir:

  • mit unseren Kund*innen in einem Co-Creation-Prozess gemeinsam einen Kundenbereich entwickeln, der besser ihren BedĂŒrfnissen entspricht
  • die Kontrolle ĂŒber unsere Apps zurĂŒckgewinnen und sie unabhĂ€ngig entwickeln, ohne dabei stĂ€ndig auf einen externen Partner angewiesen zu sein
  • eine neue, sowohl moderne wie auch flexible technische Architektur implementieren
  • mittels AgilitĂ€t die Entwicklung und Bereitstellung neuer Funktionen vorantreiben
  • unsere Entwicklerteams schulen, um innerhalb kĂŒrzester Zeit eine erste Version des Kundenbereichs bereitzustellen

Warum hast du dich fĂŒr Liip entschieden? Welche Aspekte haben bei deiner Wahl eine Rolle gespielt?

FĂŒr dieses erste Projekt im agilen Modus brauchten wir eine*n Partner*in für die Entwicklung unserer Web-Plattform und die Begleitung beim Erlernen der Scrum-Methode.

Bei Liip beherrscht ihr diese Methodik und ihr seid zudem in der Lage, die Kompetenzen der Teams zu verbessern. Ihr habt uns beim Erlernen der Rollen Scrum Master und Product Owner gecoacht. Ihr habt auch die Leute im weiteren Projektumfeld auf das Thema AgilitÀt sensibilisiert. Diese umfassende Projektbegleitung war uns von grossem Nutzen.

Ausserdem haben eure Entwickler*innen uns beim Erlernen und beim Einstieg in neuen Entwicklungstechnologien begleitet – und tun es immer noch. Liip hat so vorĂŒbergehend das Team von Romande Energie verstĂ€rkt, das anfangs aus nur zwei Entwickler*innen bestand.

Wie lĂ€uft dieses erste agile Projekt fĂŒr dich? Wie sehen die ersten Ergebnisse aus?

Die ersten Sprints waren intensiv. Wir mussten uns in die Scrum-Methode und in die entsprechenden Rollen einarbeiten und die nötigen Tools fĂŒr die Projektbegleitung implementieren. Zudem galt es, die Wahl der Stack-Technik abzuschliessen und die ersten zu entwickelnden Funktionen vorzubereiten. Und dann kam der erste Lockdown. NatĂŒrlich hiess es da fĂŒr einen guten Teamgeist zu sorgen.

Angesichts der Grösse der Herausforderung, , waren wir zu Beginn des Projekts manchmal eine wenig Mutlos. Agiles Arbeiten setzt ein vollstÀndiges Umdenken voraus. Anders als man vielleicht denkt, erfordert AgilitÀt eine Menge Disziplin.

Gerade durch die EinfĂŒhrung dieser Methodik konnten wir uns auf jeweils eine Fragestellung konzentrieren, ohne uns zu verzetteln. Nach etwa zehn Sprints waren die heftigsten Blockaden gelöst, wir hatten ein besseres VerstĂ€ndnis unserer Rollen und kamen in gutem Tempo voran. Hier möchte ich darauf hinweisen, dass die Teammitglieder in der Lage waren, jedes Problem gemeinsam zu lösen, und trotz Arbeit im Homeoffice stets motiviert blieben.

AgilitÀt zwingt uns zur vollstÀndigen Transparenz und Offenheit im Team. Das hilft uns, uns öfter zu hinterfragen und damit befinden wir uns automatisch in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Zweifellos ein Vorteil dieser Methodik!

Wie bist du mit zusÀtzlichen Herausforderungen umgegangen und wie gehst du heute damit um? Inwiefern hat dir Liip geholfen?

Der Projektumfang hat sich weiterentwickelt, um einer Änderung im Bereich der technischen Architektur unserer Plattform Rechnung zu tragen. Einerseits erhöht das die Sicherheit unserer Kundendaten und andererseits, gewĂ€hrleisten wir so eine bessere Integration ins Web-Ökosystem von Romande Energie.

Um die Sprints bestmöglich vorzubereiten, mussten wir unsere interne Struktur ĂŒberarbeiten und unser technischer SAP-Anbieter einbinden. Das hiess einen erheblichen zusĂ€tzlichen Analyse-, Entwicklungs- und Koordinationsaufwand.

FĂŒr mich als Product Owner in diesem Projekt bedeutete das eine Steigerung des KomplexitĂ€tsgrads, womit ich nicht sehr vertraut war, da ich selbst ja keine Entwicklerin bin. Wir mussten deshalb die rein technischen Entwicklungen priorisieren, bevor wir die ersten Funktionen implementieren konnten, die unseren Endnutzer*innen einen konkreten Mehrwert brachten.

Dank meinem Austausch mit Thierry, meinem Product-Owner-Coach in diesem Projekt, konnte ich mir neues Wissen aneignen, um diese Herausforderungen zu meistern. Dadurch bin ich jetzt viel selbststÀndiger in der Entscheidungsfindung und der Priorisierung meiner Aufgaben.

Welches konkrete Beispiel veranschaulicht Liips AgilitÀt am besten?

Ich möchte drei Beispiele nennen: Ihr wart in der Lage:

  • das Projekt in Zusammenhang mit der Umsetzung zusĂ€tzlicher technischer Anforderungen bei Romande Energie laufend anzupassen.
  • ein klares Bild der Funktionen zu zeichnen, die wir unseren Kund*innen zur VerfĂŒgung stellen wollen, und ihre Bereitstellung zu priorisieren.
  • in Rekordzeit einen neuen Entwickler auszubilden und im internen Team von Romande Energie zu integrieren.

Was nimmst du rĂŒckblickend mit? Und was wĂŒrdest du heute anders machen?

Ich bin beeindruckt von der Menge und der QualitĂ€t der Arbeit, die das gesamte Team geleistet hat. Wir bei Romande Energie haben bei der EinfĂŒhrung der neuen Technologien und der neuen Arbeitsmethodik (AgilitĂ€t) praktisch bei null angefangen.

Wir haben wÀhrend der Sprints einen starken Teamgeist aufgebaut. Dank der AgilitÀt finden wir auch nach zehn Sprints immer wieder Bereiche mit Verbesserungspotenzial.

Wenn ich noch mal von vorne anfangen mĂŒsste, wĂŒrde ich weniger Zeit fĂŒr die vorgĂ€ngige Vorbereitung und die genaue Beschreibung der umzusetzenden Funktionen aufwenden. Es ist wichtig, eine Vorstellung der Elemente zu haben, die im nĂ€chsten Sprint entwickelt werden sollen, mehr aber auch nicht. Das Projekt passt sich ganz von selbst an verĂ€nderte Anforderungen an. Wer zu weit im Voraus plant, lĂ€uft Gefahr, dieselben Elemente mehrere Male ĂŒberarbeiten zu mĂŒssen und den Zeitplan nicht optimieren zu können.

Kurz und knapp – wie wĂŒrdest du die Zusammenarbeit mit Liip in drei Worten beschreiben?

Begleitung, Wohlwollen und Sympathie!


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