Bobst lanciert seine Industrie 4.0-App in einem Monat

  • Thomas Botton

Hier erfÀhrst du, wie BOBST in nur einem Monat seine mobile «Industrie 4.0»-App lanciert hat.

Industrie 4.0 oder die Digitalisierung industrieller Prozesse

BOBST ist ein globaler Akteur im Bereich Industriedruck und -verpackungen. Das Unternehmen hat ein «Industrie 4.0»-Grossprojekt lanciert, das darauf abzielt, innerhalb der nÀchsten Jahre die gesamte Produktionskette zu digitalisieren.

Mit Industrie 4.0 können Maschinen miteinander und mit der Cloud verbunden werden, wodurch Prozesse automatisiert werden. Durch diese verbesserte “connection” profitieren die Kund*innen von BOBST von mehr FlexibilitĂ€t und ProduktivitĂ€t.

Das erste Ziel des Projekts war im Inneren der Maschinen RFID-Sensoren angebracht. Danach wurde eine App programmiert, die sich die NFC-FĂ€higkeiten von iOS- und Android-Smartphones zunutze macht. So programmieren Bobst-Kunden innen eine remote die Maschinen.

NFC/RFID-Scan-Funktionalität in der App Bobst TooLink
*NFC/RFID-Scan-FunktionalitÀt in der App Bobst TooLink*

Ein Monat bis zum ersten Einsatz eines MVP

Alexandre de Kalbermatten ist Teil des Industrie 4.0-Teams bei Bobst. Er benötigte spezielles Know-how fĂŒr die Konzeption/Design und Entwicklung nativer mobiler Applikationen.

Daher kontaktierte er Liip Ende 2020 mit dem Wunsch, Ende Januar eine erste App Version zu lancieren!

Die Herausforderung, uns mit der NFC-Technologie auseinanderzusetzen, hat uns sehr motiviert. Unser Angebot ĂŒberzeugte Alexandre mit einer Kombination aus einem lokalen Team in der Schweiz, wettbewerbsfĂ€higen Preisen – und natĂŒrlich der Zusage der gewĂŒnschten Frist Ende Januar 2021.

Wir hatten also einen Monat Zeit, um UX und Design der App zu entwerfen und sowohl die iOS- wie auch die Android-App zu programmieren.

Once read, the RFID sensor can be programmed remotely
*Einmal gelesen, kann der RFID-Sensor aus der Ferne programmiert werden*

Das Erfolgsrezept: Engagement und Fokus

Man könnte es auch AgilitÀt, Lean oder «MVP-MentalitÀt» nennen. Aber genau genommen sind das alles nur Schlagwörter, die das Engagement und den Fokus der beteiligten Personen beschreiben.

Wir werden oft gefragt, wie es möglich ist, in nur einem Monat ein digitales Produkt fĂŒr ein so grosses Unternehmen wie BOBST zu entwickeln. FĂŒr viele grenzt das an Zauberei, weil sie denken, dass wir ein Projekt einer Grössenordnung von 2–3 Jahren in nur 4 Wochen entwickelt haben.

Unser Erfolgsrezept ist aber einfach - das sind die 6 SchlĂŒssel:

  1. Eine Person tritt als HauptentscheidungstrÀger*in auf und leitet das Projekt auf Produktebene
  2. Diese Person versteht die Bedeutung eines MVP – d. h. eine drastisch aufgesplittete und priorisierte Roadmap, die sicherstellt, dass Kund*innen das gewĂŒnschte Resultat in weniger als 1–2 Monaten statt erst am Ende eines Projektzeitraums von 5 Jahren erhalten
  3. Diese Person ĂŒbernimmt die Verantwortung und ist in der Lage, alle Beteiligten zu fĂŒhren (zum Beispiel: die Marketingabteilungen, die IT usw.)
  4. Die Mitarbeitenden, von denen der Projekterfolg abhÀngt (d. h. interne Backend-Entwickler), arbeiten ab dem ersten Tag am Projekt mit und können sich darauf konzentrieren
  5. Direkt nach dem ersten Release werden Tests mit realen Kund*innen organisiert, um zu sehen, ob die Lösung ihre Probleme auch wirklich behebt
  6. Das gesamte Team, bestehend aus Mitarbeitenden unseren Kunden und uns. Es konzentriert sich wÀhrend 4 Wochen ausschliesslich auf dieses eine Projekt und stimmt sich tÀglich ab, um allfÀllige Schwachstellen auszurÀumen

Obwohl diese AufzÀhlung nahe liegend erscheint, ist sie alles andere als der Regelfall. Und doch ist es diesen Kernpunkten zu verdanken, dass wir TooLink, die App von BOBST, nach nur vier Wochen in Betrieb nehmen konnten.

Data export functionality, directly from the Bobst TooLink mobile application
*DatenexportfunktionalitÀt, direkt aus der mobilen Anwendung Bobst TooLink*

Und wie gehts weiter?

Die App wird weiterhin unter realen Bedingungen getestet. Alexandre trĂ€gt alle Feedbacks zusammen und priorisiert sie. Dank dieser Feedbacks können wir die ursprĂŒngliche Roadmap anpassen und zweiwöchige Iterationsschleifen einplanen, um die am meisten nachgefragten Features zu entwickeln.


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