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Digitalisierung erleben: EKZ Prototyping Workshop

  • Clarissa KĂŒchler

Normalerweise ist es immer ernst, wenn unser Prototyping Team arbeitet: es geht um Produktideen, die in einem Prototyp als erste Produktversion umgesetzt werden. Ideen werden schnell zum Leben erweckt, um sie im Projektteam und mit zukĂŒnftigen Nutzern kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Der Workshop

Vor zwei Wochen konnten wir unser erstes 3.5 stĂŒndiges Prototyp Training mit Mitarbeitern der EKZ durchfĂŒhren. Die von uns im Workshop gestellte fiktive Aufgabe war, eine App zu entwickeln, die einen Nutzer bei der Urlaubsplanung, wĂ€hrend oder nach der Reise unterstĂŒtzt. Die Aufgabe war sehr offen gestellt. Die primĂ€re Persona haben wir grob vorgegeben: in Form eines jungen Paares, eines Individualreisenden, einer Familie oder eines Teilnehmers einer Gruppe.

Im ersten Schritt baten wir die vier Gruppen, sich fĂŒr eine Persona und somit ein vorgegebenes Setting zu entscheiden und die Persona dann auszuarbeiten: Was fĂŒr eine Art der Reise plant die Persona? Wer ist ihre Begleitung? Welche BedĂŒrfnisse hat sie im Zusammenhang mit der Planung oder DurchfĂŒhrung der Reise? Auf welche Schwierigkeiten stösst sie dabei?

Danach hat jede Gruppe eine User Journey fĂŒr ihre Persona erarbeitet. Es wurde festgehalten, welche TĂ€tigkeiten die Persona in welcher Reihenfolge tun möchte. Aufgrund der Persona und der skizzierten User Journey, haben die Teilnehmer entschieden, welche BedĂŒrfnisse die App bedienen soll und welche FunktionalitĂ€ten dafĂŒr geeignet sind.

Schlussendlich kamen wir zum “handwerklichen” Teil des Workshops und haben die App in Form von User Flows und Screens gezeichnet: in Form eines einfachen Papierprototypen. Diesen haben die Teams sich gegenseitig vorgestellt und Feedback gegeben.

Wir sind begeistert und finden, es sind tolle Ideen entstanden: eine App, die einen Reisenden mit Hund wĂ€hrend einer Wanderung auf dem Jakobsweg unterstĂŒtzt. Neben spezifischen Informationen rund um den Hund bietet sie Orientierung und Hilfe – aber sie gibt auch gleichzeitig Hinweise, wie es möglich ist, fĂŒr sich zu sein und den Weg möglichst alleine zu machen. Oder eine App, die den Mitarbeitern der EKZ ermöglicht, ein Team fĂŒr einen Iron Man aufzustellen. Die App koordiniert die Teilnehmer und ihr Training. Aber auch nach dem Event hat die App etwas zu bieten: eine Bildergalerie und eine Möglichkeit sich erneut anzumelden, denn nach dem Event ist vor dem Event...

Unsere Learnings

Bei der Planung waren wir uns nicht 100% sicher, ob man den User Centered Design Prozess so komprimiert durchlaufen kann. Und auch der Sprung von einer AktivitÀt (User Journey) zu einer FunktionalitÀt (Papierskizze eines Screens der App), schien uns ziemlich gross. Aber es hat ganz hervorragend funktioniert. Der Grund ist, dass alle Teilnehmer bereit waren, sich auf das Experiment des nutzerzentrierten Denkens und Skizzierens von Hand einzulassen.

Es war schön zu beobachten, dass auch in Teams, die sich nicht tÀglich mit der Entwicklung digitaler Produkte beschÀftigen, in kurzer Zeit Ideen entstehen, die in einfachen Skizzen zum Leben erweckt werden.

Ein Wunsch, den wir vorher nicht so realisiert haben, aber fĂŒr unseren nĂ€chsten Workshop berĂŒcksichtigen werden, ist das Interesse an der Technologie: vielleicht werden wir in unserem nĂ€chsten Workshop eine Landschaft an gĂ€ngigen Tools zeigen – neben Stift und Papier – wie man einerseits Prototypen aber auch Apps erstellen kann. DarĂŒber werden wir nachdenken. Es war auch fĂŒr uns ein sehr lehrreicher und spannender Abend! Denn wie David L. Rogers sagt, „Constant learning and the rapid iteration of products before and after their launch date, are becoming the norm.“ (vgl. David L Rogers, The Transformation Playbook). Ein herzliches Dankeschön an Herrn Hauser, der uns die Möglichkeit gegeben hat den Workshop bei der EKZ durchzufĂŒhren und zu lernen!


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