Der Workshop

Vor zwei Wochen konnten wir unser erstes 3.5 stündiges Prototyp Training mit Mitarbeitern der EKZ durchführen. Die von uns im Workshop gestellte fiktive Aufgabe war, eine App zu entwickeln, die einen Nutzer bei der Urlaubsplanung, während oder nach der Reise unterstützt. Die Aufgabe war sehr offen gestellt. Die primäre Persona haben wir grob vorgegeben: in Form eines jungen Paares, eines Individualreisenden, einer Familie oder eines Teilnehmers einer Gruppe.

Im ersten Schritt baten wir die vier Gruppen, sich für eine Persona und somit ein vorgegebenes Setting zu entscheiden und die Persona dann auszuarbeiten: Was für eine Art der Reise plant die Persona? Wer ist ihre Begleitung? Welche Bedürfnisse hat sie im Zusammenhang mit der Planung oder Durchführung der Reise? Auf welche Schwierigkeiten stösst sie dabei?

Danach hat jede Gruppe eine User Journey für ihre Persona erarbeitet. Es wurde festgehalten, welche Tätigkeiten die Persona in welcher Reihenfolge tun möchte. Aufgrund der Persona und der skizzierten User Journey, haben die Teilnehmer entschieden, welche Bedürfnisse die App bedienen soll und welche Funktionalitäten dafür geeignet sind.

Schlussendlich kamen wir zum “handwerklichen” Teil des Workshops und haben die App in Form von User Flows und Screens gezeichnet: in Form eines einfachen Papierprototypen. Diesen haben die Teams sich gegenseitig vorgestellt und Feedback gegeben.

Wir sind begeistert und finden, es sind tolle Ideen entstanden: eine App, die einen Reisenden mit Hund während einer Wanderung auf dem Jakobsweg unterstützt. Neben spezifischen Informationen rund um den Hund bietet sie Orientierung und Hilfe – aber sie gibt auch gleichzeitig Hinweise, wie es möglich ist, für sich zu sein und den Weg möglichst alleine zu machen. Oder eine App, die den Mitarbeitern der EKZ ermöglicht, ein Team für einen Iron Man aufzustellen. Die App koordiniert die Teilnehmer und ihr Training. Aber auch nach dem Event hat die App etwas zu bieten: eine Bildergalerie und eine Möglichkeit sich erneut anzumelden, denn nach dem Event ist vor dem Event...

Unsere Learnings

Bei der Planung waren wir uns nicht 100% sicher, ob man den User Centered Design Prozess so komprimiert durchlaufen kann. Und auch der Sprung von einer Aktivität (User Journey) zu einer Funktionalität (Papierskizze eines Screens der App), schien uns ziemlich gross. Aber es hat ganz hervorragend funktioniert. Der Grund ist, dass alle Teilnehmer bereit waren, sich auf das Experiment des nutzerzentrierten Denkens und Skizzierens von Hand einzulassen.

Es war schön zu beobachten, dass auch in Teams, die sich nicht täglich mit der Entwicklung digitaler Produkte beschäftigen, in kurzer Zeit Ideen entstehen, die in einfachen Skizzen zum Leben erweckt werden.

Ein Wunsch, den wir vorher nicht so realisiert haben, aber für unseren nächsten Workshop berücksichtigen werden, ist das Interesse an der Technologie: vielleicht werden wir in unserem nächsten Workshop eine Landschaft an gängigen Tools zeigen – neben Stift und Papier – wie man einerseits Prototypen aber auch Apps erstellen kann. Darüber werden wir nachdenken. Es war auch für uns ein sehr lehrreicher und spannender Abend! Denn wie David L. Rogers sagt, „Constant learning and the rapid iteration of products before and after their launch date, are becoming the norm.“ (vgl. David L Rogers, The Transformation Playbook). Ein herzliches Dankeschön an Herrn Hauser, der uns die Möglichkeit gegeben hat den Workshop bei der EKZ durchzuführen und zu lernen!