Was ist Liip’s Beitrag an eine bessere Welt?

  • Gerhard Andrey

Jetzt wollen wir es genau wissen: wir messen neu systematisch den Beitrag unserer Digitalisierungsprojekte entlang der 17 Uno-Nachhaltigkeitsziele, den Sustainable Development Goals.

Damit wollen wir zusammen mit unseren Kunden den Einfluss auf eine nachhaltige Entwicklung maximieren. Wir unterscheiden den Einfluss auf Mensch und Umwelt, der innerhalb von Liip entsteht und durch die Projekte, die wir realisieren. Also das WIE und das WAS. Über das WIE haben wir vergangenes Jahr ausführlich berichtet.

Sustainable Development Goals, was ist das denn?

Die Uno hat 2015 die sogenannten Sustainable Development Goals verabschiedet. In den 17 Zielen sind die wesentlichen Themen einer sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Entwicklung festgeschrieben, welche die Weltgemeinschaft erreichen will. Beispiele sind zum Beispiel Massnahmen zum Klimaschutz (13) oder den Schutz des Lebens im Meer (14) und an Land (15).

Wir haben uns fĂŒr die international sehr breit abgestĂŒtzten SDG entschieden, weil der Wildwuchs an Werkzeugen und Labels derzeit eher hinderlich als förderlich ist. Noch hat sich nĂ€mlich kein Standard durchgesetzt, wie das zum Beispiel bei der Finanzbuchhaltung vor Jahrzehnten geschehen ist.

Damit wir uns nichts verbauen, erheben wir mit den SGD Wirkungsdaten sehr feingranular und ĂŒber alle Aspekte der Nachhaltigkeit hinweg.

Was genau messen wir?

Wie wirkt das Projekt auf die SDG? Auf welche SDG mehr und auf welche weniger? Und wie steht es um die Firma dahinter: macht sie eine klare, verbindliche Ansage bezĂŒglich ihres Einflusses auf Mensch und Umwelt? Dabei machen wir eine prozentuale Gewichtung der einzelnen Ziele. So sind die Themen Arten- (14/15) oder Klimaschutz(13) bei einem Nahrungsmittelhersteller sehr viel gewichtiger als zum Beispiel einem Schulungsunternehmen.

Dann schauen wir, wie stark das Projekt mit den TÀtigkeiten des Unternehmens zusammenhÀngt. Bildet das Projekt die HaupttÀtigkeit des Kunden ab oder ist es fernab des KerngeschÀfts? So kann es sein, dass eine Einstufung des Projekts deckungsgleich mit dem Unternehmen, eine Mischung davon oder eigenstÀndig ist.

FĂŒr jeden einzelnen Aspekt bewerten wir auf einer Skala von -2 bis +2 den Beitrag an ein spezifisches Nachhaltigkeitsziel. Wo immer möglich, stĂŒtzen wir uns dabei auf objektive, messbare Kriterien. Hat ein Unternehmen zum Beispiel eine klare und mit anerkannten Methoden ĂŒberprĂŒfbare Aussage gemacht, ob und wie es gedenkt, das Pariser Klimaziel zu erreichen?

Abbildung 1: Relevanz und WirkungseinschÀtzung der einzelnen UNO-Ziele im Kundenprojekt

NaturgemĂ€ss gibt es auch Bewertungen, bei welchen uns die Datengrundlage fehlt. Das ist eine SchwĂ€che und werden wir versuchen, gerade bei grossen Vorhaben und wo dies möglich ist, mit anerkannten Agenturen gegenprĂŒfen zu lassen.

Abbildung 2: Nachhaltigkeitswirkung fĂŒr eines Kundenprodukts, zusammengesetzt aus Firmenwirkung (hier 80%) und Projektwirkung (hier 20%)

Und schneiden wir ab?

Unsere erste “Inventur” ergibt ein grundsĂ€tzlich gutes Bild. Die meisten Projekte tragen positiv zu den SDG bei, respektive erzeugen keinen nachweislichen Schaden. Das hat auch damit zu tun, dass wir seit der FirmengrĂŒndung immer wieder problematische Projekte abgewiesen haben. Zum Beispiel im Zusammenhang mit Erdölförderung oder Konfliktmaterialien. Somit starten wir die Messung mit einem bereits grundsĂ€tzlich “vorteilhaften” Portfolio. Sehr störend ist der Taucher beim Ziel 15, Leben an Land. Das hat damit zu tun, dass das Thema der Artenvielfalt insgesamt in der Wirtschaft noch viel zu wenig Beachtung findet. Das beeinflusst auch unser Portfolio. Wir werden auf dieses Ziel besonderes Augenmerk legen.

Wir verfĂŒgen jetzt ĂŒber eine Gesamtperspektive unserer TĂ€tigkeiten. Das erlaubt uns, gewisse Ziele, um die es schlecht bestellt ist, strategischer in den Vordergrund zu rĂŒcken. Dabei multiplizieren wir der Einfachheit halber die geleisteten Stunden auf einem Projekt mit der Wirkung auf einem Ziel. Das ist zugegebenermassen ziemlich unprĂ€zise, aber fĂŒr uns deshalb dennoch aussagekrĂ€ftig, weil wir damit einen Indikator dafĂŒr haben, wofĂŒr wir unsere Zeit ĂŒberhaupt hergeben.

Abbildung 3: Wirkung der fĂŒr Kunden geleisteten Stunden pro SDG

Ist doch Greenwashing, nicht?

Derzeit passiert unglaublich viel im Zusammenhang mit Wirkungsmessung. Auch ganz viel Grenzwertiges. Nachhaltigkeit ist halt grad chic und oft wird grĂŒn und sozial angepinselt, wo braun und unfair drin ist. Weil wir uns dessen bewusst sind, operieren wir so vorsichtig wie möglich. Einerseits, indem wir die Systemgrenze weit fassen und uns andererseits mit den SDG auf eine ganzheitliche Metrik stĂŒtzen. Und im Zweifel bewerten wir konservativ, um uns nicht in einer Scheinsicherheit zu wĂ€hnen. Als Grundlage ziehen wir öffentlich zugĂ€ngliche Nachweise und Bekundungen von Unternehmen heran, wo diese vorhanden sind.

Wie geht es weiter?

Mit dem gewÀhlten Ansatz gehen wir sehr weit. Wohl weiter als die meisten Dienstleistungs-KMU in der Schweiz. Wir wollen damit unseren Kunden in der Rolle als Lieferantin einen Mehrwert durch nachgewiesene Wirkung erschliessen.

Es ist aber auch ein Wagnis und viel Neuland, das zu begehen ist. Wir werden nun Erfahrung sammeln und sukzessive Fokusthemen identifizieren, bei welchen wir bei unseren Kunden mit unseren FĂ€higkeiten den grösstmöglichen positiven Beitrag fĂŒr eine nachhaltige Entwicklung realisieren können.

To be continued.


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