Den Zugang zu öffentlichen Informationen erleichtern
Das Portal fr.ch vereint eine grosse Menge an Verwaltungsinformationen: Verfahren, Gesetzgebung, Formulare, kantonale Dienstleistungen sowie Informationen der Gemeinden. Auf einer so umfangreichen Website die richtige Antwort zu finden, ist nicht immer einfach.
Du stellst deine Frage ganz normal, so, wie du sie auch einer Person stellen würdest. Obwohl fr.ch in Französisch und Deutsch verfügbar ist, wie es sich für einen zweisprachigen Kanton gehört, können Fragen in jeder beliebigen Sprache gestellt werden. So erhalten auch Bürger*innen, die keine der beiden Amtssprachen sprechen, Zugang zu den benötigten Informationen.
Der KI-Chatbot identifiziert relevante Inhalte auf fr.ch sowie in der Freiburger Gesetzessammlung und erstellt daraus eine Antwort. Dabei verweist er auf die offiziellen Quellen, die für die Antwort herangezogen wurden.
Diese Transparenz ist zentral. Die KI ersetzt keine offiziellen Inhalte, sie erleichtert den Zugang dazu.
KI im Zeichen digitaler Souveränität
Die Datensouveränität stand im Mittelpunkt des Projekts. Für die Staatskanzlei war es entscheidend, die vollständige Kontrolle über die Infrastruktur und die Datenverarbeitung zu behalten.

Der Chatbot basiert auf LiipGPT, unserer Plattform für generative KI. Unsere Retrieval-Augmented-Generation-Technologie (RAG) wählt für jede Anfrage die relevanten offiziellen Inhalte aus. Die Lösung wird bei Exoscale in der Schweiz gehostet.
Als Large Language Model (LLM) setzen wir auf Mistral AI, einen der führenden europäischen Anbieter. Dieses Modell wird in der Schweiz von Infomaniak betrieben, einem Vorreiter für nachhaltiges und umweltbewusstes Webhosting. Die Server des LLM werden ausschliesslich mit erneuerbarer Energie betrieben und setzen auf natürliche Kühlung, Wärmerückgewinnung, optimierte und wiederverwendete Hardware sowie lokale CO₂-Kompensation.
Diese Architektur reduziert die Abhängigkeit von grossen US-amerikanischen Plattformen und setzt auf einen schweizerischen und europäischen Ansatz für generative KI. Anfragen werden anonymisiert, und es werden keine personenbezogenen Daten an Dritte weitergegeben. Die gesamte Lösung bleibt unter schweizerischer Rechtshoheit und erfüllt die geltenden Datenschutzbestimmungen.
Eine Zusammenarbeit mit starken Wurzeln in der Westschweiz
Die Staatskanzlei Freiburg hat das Projekt mit einer klaren Vorstellung der administrativen und politischen Anforderungen geleitet. Unser Team, unter anderem mit Mitarbeitenden in Freiburg, entwickelte die Lösung in enger Zusammenarbeit mit der Staatskanzlei. So konnten wir optimal auf die tatsächlichen Bedürfnisse eingehen.
Diese Nähe ermöglichte kurze Abstimmungswege und einen starken Fokus auf die Nutzer*innen-Erfahrung. Neben der technologischen Umsetzung ging es darum, ein Werkzeug zu schaffen, das für die Freiburger Bevölkerung nützlich, verlässlich und verständlich ist.
Ein erster Schritt hin zu einer zugänglicheren Verwaltung
Seit dem ersten Rollout im März haben wir verschiedene Elemente weiterentwickelt, um die Qualität der Antworten kontinuierlich zu verbessern. Dabei profitiert unsere Kundin insbesondere von unseren automatisierten Evaluationslösungen, mit denen die Qualität der generierten Antworten fortlaufend überprüft werden kann.
Diese erste Version deckt die öffentlichen Informationen auf fr.ch sowie die Freiburger Gesetzessammlung ab. Der Umfang wird schrittweise erweitert und künftig auch Informationen weiterer kantonaler Institutionen sowie ausgewählter Gemeinden umfassen. Mit jeder neuen Quelle nimmt auch die Bedeutung einer konsequenten Qualitätssicherung zu.
Eine Überzeugung begleitet uns dabei: KI im öffentlichen Sektor kann souverän, transparent und nützlich sein. Voraussetzung dafür ist, die Kontrolle über die Infrastruktur zu behalten und die verwendeten Quellen jederzeit offenzulegen.
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