Die Kosten für Content-Produktion tendieren heute gegen Null.

Doch wer im Bereich Branding- und Unternehmenkommunikation arbeitet kennt das Dilemma:

  • Schneller und konsistenter: Ja gerne!
  • Kontrolle über die Positionierung verlieren: Nein danke!

Wir haben unsere eigene Content Strategie überarbeitet – mit der Hilfe von KI. Und einen Weg gesucht, das Dilemma aufzulösen: Ein effizienter Prozess, der die Kontrolle beim Menschen belässt.

Womit starten?

Liip hat seine Positionierungsziele geschärft, worauf wir auch unsere Content Strategie überarbeiten mussten.

Für die Überarbeitung habe ich mit Claude gearbeitet: Wir haben einen Enterprise-Zugang zu Claude, ich arbeite mit der Desktop App.

In einem ersten Schritt habe ich ein neues Projekt angelegt. Ich gebe dem Projekt einen prägenden Titel und beschreibe, was ich vorhabe.

Ich kann dem System ausserdem Kontext-Informationen geben, die es bei allen Arbeiten berücksichtig.

In diesem Fall relevant:

  • Vision und Strategie der Organisation
  • Positionierungsziele
  • Bestehende Personas
  • Bestehende Freigabeprozesse und Stakeholder, die am Ende zustimmen müssen

Alles, was für die Content Strategie relevant ist, kommt als Kontext ins Projekt. Gerade wenn mehrere Stakeholder oder Sprachregionen am Ende ein Wort mitzureden haben, macht dieser Aspekt den Unterschied: Das System schlägt vor – aber es kennt die Leitplanken, innerhalb derer ein Vorschlag überhaupt tragfähig ist.

Diese Informationen bieten die solide Grundlage für ein verankertes und effizientes Vorgehen.

Nun kann die Arbeit an der eigentlichen Content Strategie starten.

Ich wollte unsere Kernbotschaft und Zielgruppen schärfen – zwei Bausteine, die wir für die unsere Positionierung weiterentwickelt hatten.

Zusammenarbeit mit dem System?

Bei der Überarbeitung jedes Bausteins hatte ich jeweils zwei Optionen:

  • Entweder lasse ich mir von Claude einen ersten Vorschlag generieren, den das System aus den Kontextinformationen ableitet.
  • Oder ich skizzierte grob, was mir vorschwebt, und das System generiert eine vollständige Version.

Beide Ansätze geben mir einen Startpunkt, den ich anschliessend weiter verfeinern kann – allein, mit dem System oder im Team. Die KI schreibt also nicht meine Strategie, sondern unterstützt mich lediglich im Prozess.

Es braucht dabei den Moment, in dem ich von den generierten Ergebnissen zurücktrete, reflektiere, ob diese meinen Zielen wirklich gerecht werden, und meine eigene Note einbringe.

Um einen frischen Blick auf generierte Vorschläge zu erhalten, hole ich mir gerne Mitarbeitende hinzu. Ich habe in diesem Prozess eine erste vollständige Version unserer Kernbotschaften entwickelt, zu der ich mir anschliessend Feedback aus dem Team hole.

Je nach Anspruch und Stand kannst du dich so durch die verschiedenen Themen arbeiten. Das System stellt sicher, dass die Inhalte sinnvoll aufeinander aufbauen.

Was ist ein System-Prompt?

Sobald meine überarbeitete Strategie steht, gehe ich noch einen Schritt weiter:
Ich leite daraus einen System-Prompt ab.

Ein System-Prompt ist die übergeordnete Anweisung, die du einem Modell einmal mitgibst und die dann für alle folgenden Interaktionen in diesem Kontext automatisch gilt – im Unterschied zum eigentlichen Prompt, den du für jede einzelne Anfrage neu schreibst.

Damit habe ich mir im Grunde einen Assistenten gebaut, der mich – oder andere aus dem Team – bei neuen Inhalten unterstützt und dabei automatisch auf unsere Content Strategie einzahlt:

  • Das System fragt mich, für welche Zielgruppe der Content gedacht ist, und liefert dazu passende Pain Points und Content-Bedürfnisse.
  • Das System fragt mich, welche Kernbotschaft im Vordergrund stehen soll und hilft mir, den Content daran auszurichten.
  • Das System führt mich durch alle weiteren relevanten Dimensionen – Schritt für Schritt.

In der Arbeit mit dem System kann der System-Prompt dann weiter verfeinert werden (zum Beispiel, weil ich realisiere, dass es darauf ankommt, für welchen Kanal ich Content verfasse.)

Mehr ist als ein Tool-Trick?

Genau hier zeigt sich für mich der Punkt, der oft übersehen wird: Automatisierung skaliert nur, was strukturell schon stimmt. Der System-Prompt funktioniert nur so gut wie die Content Strategie, aus der er abgeleitet ist. Die eigentliche Arbeit war nicht das Prompten – sie war das Schärfen der Strategie. Die strategischen Entscheidungen – wofür wir stehen, wen wir erreichen wollen, mit welcher Botschaft – haben wir im Team getroffen.

Wenn du magst, probiere es an einem einzelnen Baustein aus: Kontext rein, ein Thema auswählen, Vorschlag oder Skizze durchgehen lassen, Finetuning mit einer Mitarbeiterin.

Wenn du bereits mit uns arbeitest und deine Content Strategie einen Reality-Check braucht, sprich uns an: Gemeinsam sammeln und sichten wir das vorhandene Material und setzen es dann in eurem KI-Tool nach Wahl für euer Team auf.

Arbeitest du im öffentlichen Sektor und fragst dich, wie sich ein solcher Prozess mit euren Freigabe- und Compliance-Anforderungen vereinbaren lässt? Lass uns dazu austauschen, wir haben Erfahrung damit, KI-gestützte Prozesse innerhalb bestehender Governance-Strukturen aufzusetzen.