Generative KI bedeutet eine massive Disruption fĂŒr das Content Business. Der gesamte Produktionsprozess wird durchgeschĂŒttelt. Profile, Arbeitsprozesse, Tools â alles wird neu definiert.
Wenn die Kosten fĂŒr Content-Produktion gegen Null tendieren, gewinnen zwei Punkte massiv an Bedeutung:
- QualitÀt von Content
- Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Content
Generative-Engine-Optimization (GEO) im Sinne der Nutzenden
Dabei wird die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Content immer mehr zu einer Frage von AI Visibility: ob die eigenen Inhalte und die eigene Marke in den Antworten und Ergebnissen von KI-Chatbots und -Agenten stattfinden.
Ich kann dich beruhigen: LLMs priorisieren Content nach Kriterien, die auch fĂŒr Nutzende relevant sind.
Neben der technischen Dimension â Content muss fĂŒr KI-Systeme lesbar und verwertbar sein â muss Content dafĂŒr folgenden Dimensionen gerecht werden:
- Nutzerzentriert aufgebaut
- VertrauenswĂŒrdig
- Klare thematische Positionierung
Damit hĂ€ngen die beiden Aspekte â QualitĂ€t und Auffindbarkeit von Content â stark zusammen.
Um als Team an diesen Punkt zu kommen, mĂŒssen wir zuerst die Grundlagen klĂ€ren: Ohne eine saubere Ausrichtung ist kein Content-Team der Welt fĂ€hig, mittelfristig Content in dieser QualitĂ€t zu produzieren.
Die Triple-Content-Line
Unsere Ausrichtung als Content-Team definieren wir in folgenden Elementen:
- Content Strategie
- Content Guidelines
- Content Governance
Als Team einigen wir uns dort auf den gemeinsamen Nenner unserer Content-Arbeit. Nur so können wir qualitativen Content, der internen und externen AnsprĂŒchen gerecht wird, produzieren.
Dabei ist die Abgrenzung zwischen Content Strategie und Content Guidelines nicht ganz einfach.
Was gehört in eine Content Strategie?
Es gibt keine abgeschlossene Antwort auf die Frage, was in eine Content Strategie gehört. (UnabhĂ€ngig davon wĂŒrde ich eine Content Strategie auch eher als einen Arbeitsbereich beschreiben als ein abgeschlossenes Dokument.)
FĂŒr mich gehören folgende Elemente in eine Content Strategie:
- Content Ziele: Was will ich eigentlich mit meinem Content erreichen?
- Zielgruppen und ihre (Content-)BedĂŒrfnisse
- Content Journeys der Zielgruppen
- Kanalstrategie: Mit welchen KanÀlen arbeiten wir und wie spielen diese zusammen?
- Kernbotschaften
- Erfolgsmessung
- Schnittstellen zu Content Governance und Content Lifecycle Management
Was gehört in Content Guidelines?
Content Guidelines mĂŒssen im Unterschied zur Content Strategie im TagesgeschĂ€ft verankert sein. Neben fixen Orientierungspunkten (z.B. angestrebtes Sprachniveau) enthalten sie bei uns oft Prinzipien:
- Sprachniveau
- Sprachregeln (z.B. einheitliche Schreibweise von Daten, WĂ€hrungen und Ăhnlichem, aber auch Themen wie Gendern oder Zielgruppenansprache)
- TonalitÀt
- Seitentypen
- Tools
- ...
Was gehört in die Content Governance?
Content Governance regelt, wer im Content-Team wofĂŒr verantwortlich ist â und wie wir zusammenarbeiten, damit Strategie und Guidelines auch tatsĂ€chlich gelebt werden. Ohne Governance bleiben Strategie und Guidelines gut gemeinte Dokumente, die im TagesgeschĂ€ft untergehen.
FĂŒr mich gehören folgende Elemente in die Content Governance:
- Rollen und Verantwortlichkeiten: Wer erstellt, wer reviewt, wer gibt frei?
- Freigabeprozesse: Wie lÀuft Content von der Idee bis zur Publikation?
- Pflege- und Aktualisierungsprozesse: Wer ist wann fĂŒr ein Update zustĂ€ndig?
- QualitÀtssicherung: Wie stellen wir sicher, dass Guidelines eingehalten werden?
- Eskalationswege: Was passiert bei Uneinigkeit oder SonderfÀllen?
- Schnittstellen zu anderen Teams (z.B. Design, Produkt, Marketing)
Das Ziel? Zusammenspiel
Content Strategie, Content Guidelines und Content Governance greifen ineinander: Die Strategie gibt die Richtung vor, die Guidelines ĂŒbersetzen sie in den Alltag, und die Governance stellt sicher, dass beides nicht nur auf dem Papier existiert. Erst im Zusammenspiel dieser drei Elemente entsteht Content, der konsistent, vertrauenswĂŒrdig und fĂŒr Nutzende wie fĂŒr KI-Systeme auffindbar ist. Und den Positionierungszielen des eigenen Unternehmens gerecht wird.
Content-Produktion wird gĂŒnstiger. Aber ohne diese Grundlagen bleibt sie beliebig â egal wie leistungsfĂ€hig die Tools werden. Wer jetzt in Strategie, Guidelines und Governance investiert, legt das Fundament fĂŒr Content, der auch morgen noch gefunden, verstanden und dem vertraut wird.
Wie Generative-Engine-Optimization (GEO) operativ funktioniert, folgt in den nÀchsten Posts.