Innovation - oder nicht

  • Tonio Zemp

Freitag, wer kennt sie nicht, die nachhaltigen Taschen, Kleider und Accessoires aus ZĂŒrich. Nicht nur jede Tasche ist ein Unikat sondern auch die Website. Damit das so bleibt durften wir im Februar 2021 re-launchen.

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Freitag und Liip haben eine lange Geschichte, die 2015 startete. Im 2016 ging der Onlineshop live mit Drupal 7. Im 2021 brauchte es dann mehr, also Drupal 8 und einige Learnings fĂŒr den go-live. Der Wechsel von Drupal 7 zu Drupal 8 war naheliegend, denn Freitag braucht einen leistungsfĂ€higen, state-of-the-art Allround-Plattform. E-Commerce-UmsĂ€tze sind durch Corona noch nicht wichtiger geworden, dafĂŒr die Finanzlage an vielen Orten enger. Der Relaunch bedeutete eine enorme Investition die sich rechnen soll.

Das Vorgehen

Wenig Zeit, Wirtschaftlichkeit und viele Funktionen machten uns erfinderisch. Ein MVP musste her, der auch auf wesentliche Funktionen verzichtet aber schnell entwickelt ist. Auf den ersten Blick scheint das verrĂŒckt. Umso dankbarer sind wir Freitag fĂŒr das vertrauen diesen Weg zu gehen, denn wir haben es geschafft. Und die noch fehlenden Funktionen werden kontinuierlich weiterentwickelt und integriert.

Die Lektion

Um die Investition auch fĂŒr Kund*innen und Redaktor*innen visibel zu machen, wollten wir Innovationen in die User Experience einbringen. Und damit auch die User Journey des Shops angehen, hinterfragen und verĂ€ndern. So entwarfen wir die "Produktmatrix" - eine nette Mischung aus Produkt Filterung und einer Art Landkarten-Ă€hnlicher ProduktĂŒbersicht. Das Konzept machte riesigen Spass und die ersten Benutzertests waren sehr vielversprechend. Auch 80% der Entwicklung verlief reibungslos. Doch dann merkten wir in den letzten 20%, wie schwer es ist, innovativ zu sein in einem fĂŒr User*innen gewohnten Prozess. Denn wie Benutzer*innen nach Produkten suchen ist intuitiv und da zu innovieren schwierig. Wir versuchten, eine weltweit etablierte Reise zu erneuern, an die die Benutzer*innen sehr gewöhnt sind. Das heisst, die Innovation wird nur toleriert wenn sie bequemer ist fĂŒr User. Sie sind an die Webseite gewohnt und ihr Verhalten Ă€ndert sich nur, wenns einfacher, intuitiver und schneller geht. Die Ergebnisse der weiteren Benutzer*innentests waren ziemlich frustrierend und aufschlussreich. Und zuerst hiess es mal Stopp.

Das Positive

Die Investitionen wurden gestoppt. Und wir mussten es einsehen, das Risiko fĂŒr die Umsetzung war zu hoch - auf keinen Fall wollten wir Umsatzreduktionen in Kauf nehmen. Der neue Onlineshop hat viel Neues. FĂŒr die User aber nicht ganz so viel Innovation wie erhofft. Denn wir haben keine neue E-Commerce User Journey etabliert und uns auf Nachhaltigkeit fokussiert. NatĂŒrlich haben wir viel gelernt. Wir haben ĂŒber 10 verschiedene Technologien angewendet und sind live mit einem neuen Onlineshop. Dieser hat Investitionen in die AusbaufĂ€higkeit, in das Fundament, eine neue Content Strategy und viel neue Technologie - aber keine neue E-Commerce User Journey. Denn auch eine tolle Idee und erste positive Nutzer*innentests sind nicht immer ausreichend, um in eine Innovation zu investieren.


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