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Open Public Service Innovation

  • Andreas Amsler

Publiziert in: Swiss Made Software vol. 4 Benutzerfreundliche Web- und Mobile-Anwendungen beruhen auf offenen Methoden, Interoperabilit√§t sowie Wiederverwendbarkeit von Daten. In der Kombination dieser Faktoren schlummert das gr√∂sste Potenzial f√ľr Innovation im √∂ffentlichen Sektor.

Publiziert in: Swiss Made Software vol. 4

Benutzerfreundliche Web- und Mobile-Anwendungen beruhen auf offenen Methoden, Interoperabilit√§t sowie Wiederverwendbarkeit von Daten. In der Kombination dieser Faktoren schlummert das gr√∂sste Potenzial f√ľr Innovation im √∂ffentlichen Sektor.

Leider l√§sst die Benutzbarkeit von vielen digitalen Beh√∂rdendiensten noch zu w√ľnschen √ľbrig ‚Äď sowohl aus Nutzer- wie auch aus Betreibersicht. Das will die US-Regierung √§ndern. Im ¬ęU.S. Digital Services Playbook¬Ľ hat sie dreizehn bew√§hrte Praktiken aus Privatwirtschaft und √∂ffentlicher Verwaltung zusammengestellt. Gemeinsam angewandt helfen sie Beh√∂rden effektive digitale Dienste zu konzipieren, zu bauen und zu betreiben. Basierend auf unserer eigenen, langj√§hrigen Erfahrung mit Beh√∂rdenprojekten haben wir drei Punkte identifiziert, die entscheidend sind, um zeitgerecht und kosteng√ľnstig bessere digitale Dienste zu schaffen.

Verstehen, was Nutzer brauchen

Erfolgreiche digitale Projekte beginnen immer mit der Ermittlung der wahren Benutzerbed√ľrfnisse von Endnutzern wie Verwaltungsangestellten. Sie m√ľssen von Anfang an in den Konzeptionsprozess einbezogen werden. Die Nutzerbed√ľrfnisse sind f√ľr die Benutzbarkeit und damit den Erfolg eines digitalen Dienstes weit massgeblicher als eine kompromisslose R√ľcksichtnahme auf Zw√§nge von Verwaltungsstrukturen und -silos. Dass konzeptionelle und technische Entscheidungen in geschlossenen Projektgruppen gef√§llt werden, sieht man vielen digitalen Beh√∂rdendiensten an. Darum testen wir Annahmen und Prototypen laufend mit echten Menschen und gew√§hrleisten, dass ein Konzept auf dem richtigen Weg ist.

Iterativ bauen, laufend testen

Mit einem inkrementellen, z√ľgigen Entwicklungsstil reduzieren wir Projektausfallrisiken massiv. Funktionierende Software wird fr√ľh in die H√§nde von Nutzern √ľbergeben. Das Auftraggeber- und Entwicklerteam kann so prompt und laufend Anforderungen und Entwicklungspl√§ne aufgrund von Beobachtungen des Nutzerverhaltens anpassen. Immer gilt es, Entscheide nicht auf eigene Vermutungen und blosse W√ľnsche abzust√ľtzen. Zudem muss die St√ľck um St√ľck entstehende Software laufend in Betrieb genommen und einfach automatisch getestet werden k√∂nnen. Professionell angewandt, auf spezifische Bed√ľrfnisse und Situationen angepasst, sichern agile, iterative Methoden den Projekterfolg.

¬ęOpen¬Ľ erm√∂glicht Innovation

Schaffen Beh√∂rden auf diese Weise digitale Dienste und machen generell geeignete Daten √∂ffentlich verf√ľgbar, schaffen wir zusammen Mehrwert. Der Zugang zu √∂ffentlichen Dienstleistungen und Informationen wird vereinfacht, die √Ėffentlichkeit kann auf einfache Weise Korrekturen anbringen und Beitr√§ge leisten, und die Wiederverwendung offener Beh√∂rdendaten durch andere Beh√∂rden und Dritte wird gef√∂rdert. Von den dadurch geschaffenen digitalen Diensten profitieren wir als B√ľrger, die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft wie auch die Beh√∂rden selbst. Die √Ėffnung von Beh√∂rdendaten in der Schweiz schreitet 2015 weiter voran. Offene Beh√∂rden haben erkannt, dass Innovation nicht prim√§r eine Frage der Technik ist, sondern der eigenen Einstellung zum gesetzlichen Auftrag.

Image: playbook.cio.gov


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