Realtime LEB, die App für Lokführer*innen, die die Zuverlässigkeit von Fahrplänen garantiert

  • ElĂ©onore Price

Eine mobile Anwendung kann viele Formen annehmen und viele Funktionen haben.
Wenn ich "mobile Applikation" sage, an welche Art von App denkst du?

Mehr zu unseren UX Design und Mobile Apps services.

Vielleicht an eine Anwendung wie Facebook, Instagram oder TikTok? Oder vielleicht an SBB, Twint oder eine App, um das Wetter zu checken.

Wir bei Liip mögen primÀr Apps, die unsere Nutzer*innen wirklich helfen und die ein bestimmtes Problem lösen.

Die Problematik

Als die Verantwortlichen der Eisenbahnlinie Lausanne-Echallens-Bercher (LEB) uns kontaktierten, war ihr Problem: Der Echtzeit-Fahrplan, den sie anboten, war unvollstĂ€ndig, da die alten ZĂŒge ihre Position nicht mitteilen konnten. Ohne diese wichtigen Informationen konnte die LEB ihren FahrgĂ€sten bei VerspĂ€tungen beispielsweise, keine genauen Informationen geben.

Eine einfache und effektive Lösung musste her, bis diese ZĂŒge in ein paar Jahren ersetzen werden.

Nach der Analyse waren wir bereit, eine mobile Anwendung zu entwickeln, die von Fahrer*innen im FĂŒhrerstand genutzt wird. Sie wĂŒrde es ihnen ermöglichen, den GPS-Standort des Zuges abzurufen und ihn alle 30 Sekunden dem Server zu senden, der den Echtzeitfahrplan berechnet.

Einfach, nicht wahr?

Nein leider nicht ganz. TatsĂ€chlich gibt es an bestimmten Stellen der befahrenen Strecke Tunnels, in denen die Berechnung der Position bei den alten ZĂŒgen nicht gewĂ€hrleistet ist. Daher ist es nötig, dass Fahrer*innen in diesen FĂ€llen die Position des Zuges manuell melden konnte.

Abgesehen davon haben Fahrer*innen wĂ€hrend der Arbeit (egal ob sie einen LEB-Zug, einen Bus oder ein Auto fahren) andere, viel wichtigere Aufgaben: Sie mĂŒssen sich auf Geschwindigkeit, Kurven, FahrgĂ€ste, FahrplĂ€ne usw. konzentrieren.

Die Anwendung musste also das Problem der Position lösen, ohne die Arbeit der Fahrer*innen zu stören oder sie abzulenken.

Field trip

Um dieses Problem zu lösen, gingen wir vor Ort, und dank des Projektleiters nahmen wir in einem der LEB-ZĂŒge Platz. Wir begaben uns in die Fahrer*innenkabine, um die Arbeitsumgebung zu verstehen. Und stellten fest, dass:

  • das GerĂ€t ein Tablet sein muss, damit das Display gross genug ist;
  • die Leuchtkraft des GerĂ€ts muss gering sein, um nicht zu blenden;
  • die Farben der OberflĂ€chen sollten fĂŒr eine gute Lesbarkeit kontrastreich sein;
  • ein entspiegelter Bildschirm ist notwendig, denn am Ende des Tages, wenn die Sonne auf das Zugfenster scheint, ist der Bildschirm kaum mehr lesbar;
  • die OberflĂ€chenelemente mĂŒssen gross und die anklickbaren Bereiche leicht erkennbar sein.

Die App

Mit reichlich Informationen kamen wir von unserer Exkursion zurĂŒck.

Nicolas, einer unserer Mobile-Devs, hörte auf unsere Kundinnen und deren EinschrĂ€nkungen und begann damit, den GPS-Standort zu testen. Sobald dies funktionierte, entwickelte er die Anwendung in nur wenigen Tagen. Ich arbeitete an den Farben und ihrer Helligkeit. Die OberflĂ€che musste sehr einfach sein, damit Fahrerinnen nicht erst lernen mĂŒssen, wie sie funktioniert.

Eine Liste von Haltestellen scrollt automatisch entsprechend der empfangenen GPS-Standorte. Wenn das GerÀt keine Standorte mehr empfÀngt, wird beim nÀchsten Halt ein optischer und akustischer Alarm ausgelöst, um Aufmerksamkeit zu erregen. Nun muss nur noch auf den Namen der Haltestelle geklickt werden, damit die Fehlermeldung verschwindet und die Position der Haltestelle wird an den Server gesendet, der die Daten sammelt.

3 screenshots of Realtime LEB application

Ein einfaches, aber nĂŒtzliches Produkt

Nur etwa 20 Tage Arbeit - von der Beobachtung zur Implementierung der App auf den Tablets - waren nötig, um die Anwendung live zu bringen. Die Zusammenarbeit mit dem Projektleiter Pierre-Yves war wirklich hervorragend. Ausserdem arbeiteten Nicolas und ich Hand in Hand, um sicherzustellen, dass Design und Code abgestimmt sind und im Budget bleiben. Eine Anwendung ist nicht immer das Ergebnis eines riesigen und komplexen Projekts, das Zehntausende von Franken kostet.

Aber vielmehr, glaube ich, dass der grösste Stolz meiner Arbeit ist, ein echtes Problem mit einer App zu lösen, die ihren Nutzer*innen hilft.


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