Das Wörterbuch der Web-Agenturen

  • Martin Meier

Als Kunde haben Sie einen interessanten Business Case, möchten eine Website bauen, der diesen unterstĂŒtzt. Mit dem Web kennen Sie sich aber nur sehr bedingt aus. Macht nichts, dafĂŒr gibt es doch Spezialisten. Sie schreiben eine ausfĂŒhrliche Mail an verschiedene Agenturen, fragen nach einem Angebot. Sie freuen sich bereits auf spannende Ideen und einen interessanten Austausch mit den Experten.

Schon nach kurzer Zeit klingelt Ihr Telefon und der Product Owner einer der angeschriebenen Agenturen möchte mehr Informationen.

Ob es denn einen Pitch gebe und dafĂŒr bereits Mockups erstellt werden sollten? Ob Sie es sich vorstellen könnten das Projekt agil mit Scrum umzusetzen? Die Agentur habe sich schon einige Gedanken gemacht und wĂŒrde gerne bei einem ersten GesprĂ€ch ĂŒber den möglichen Scope sprechen. Ausserdem sei es spannend, dass Sie sich bereits Gedanken zum Content gemacht hĂ€tten. Ja den werden Sie im Back-End des CMS selbstverstĂ€ndlich problemlos einpflegen können. FĂŒr wann denn der GoLive geplant sei?

Sie verstehen nur Bahnhof? Keine Sorge bei Liip können wir uns auch sehr verstĂ€ndlich ausdrĂŒcken. Sollten Sie bei unserem ersten GesprĂ€ch bereits mit uns fachsimpeln wollen, hilft Ihnen dieses kleine Wörterbuch vielleicht etwas auf die SprĂŒnge:

Das Wörterbuch

Pitch

Aussprache: [pÉȘtʃ]

Bei einem Pitch handelt es sich um einen Wettbewerb zwischen Agenturen, bei welchem sich diese um ein bestimmtes Projekt bzw. das Entwicklungsetat eines Unternehmens bemĂŒhen. In der Regel gehört zu einem Pitch eine Offerte und die PrĂ€sentation dieser.

Agile Entwicklung

Aussprache: [ˈaːd͜ʃile ɛntˈvÉȘklÊŠĆ‹]

Im Gegensatz zu vielen klassischen Software-Entwicklungsverfahren konzentriert sich das agile Vorgehen auf die fĂŒr ein Ziel benötigten wesentlichen Bestandteile. Konkret beschrĂ€nkt dieser Ansatz festgeschriebene Regeln innerhalb eines Projekts auf ein Minimum und erhöht die FlexibilitĂ€t. Das bedeutet ebenfalls, es wird wenn immer möglich auf BĂŒrokratie verzichtet und iterativ entwickelt. Ein Ziel soll damit nicht mit einem grossen Wurf sondern mit vielen kleinen Zwischenversionen erreicht werden. So werden auch sich im Laufe eines Projekts verĂ€ndernde Anforderungen respektiert.

Scrum

Aussprache: [skrʌm]

Scrum ist ein Modell fĂŒr agiles Vorgehen zum Projekt- und Produktemanagement. Es wird oft im Softwarebereich eingesetzt. Scrum geht davon aus, dass (Software-)Projekte aufgrund ihrer KomplexitĂ€t im Voraus nicht im Detail planbar sind.

Der fĂŒr das Projekt ausgearbeitete und priorisierte Projektplan (=Product Backlog) besteht aus einzelnen Funktionsbeschreibungen (=User Stories). Er wird wĂ€hrend der gesamten Dauer des Projekts verfeinert und an die aktuellsten Erkenntnisse angepasst. Die Entwicklungsinkremente werden in Scrum “Sprint” genannt, an welchem Abschluss jeweils ein lauffĂ€higes (Teil-)system steht. Liip setzt bei seinen Projekten ausschliesslich auf agile Vorgehensmodelle wie Scrum.

Content

Aussprache: [kənˈtent]

Mit Content sind im Web-Bereich alle Inhalte gemeint: Text, Bild, Ton, Videos und Animationen. Content ist ein integraler Bestandteil des Erlebnisses fĂŒr den Benutzer einer Website. Das heisst er hat nicht nur informativen und inhaltlichen Charakter, sondern trĂ€gt auch dazu bei, wie ein Nutzer mit der Seite interagiert und die Inhalte bei seinem Besuch erfĂ€hrt (z.B. wie verhĂ€lt sich ein Link auf der Website?).

Content Management System / CMS

Aussprache: [kənˈtent-mĂŠnÉȘdʒmənt]

Auch: Web Content Management System / Web-CMS

Das Content Management System, zu deutsch Inhaltsverwaltungssystem. Dabei handelt es sich um eine Software, die im Web-Umfeld zum gemeinschaftlichen Erstellen, Berarbeiten und Organisieren von Inhalten dient (Back-End). In der Regel bietet ein CMS auch eine Art Publishing-System, welches die visuelle Ausgabe der Inhalte unterstĂŒtzt (Front-End). Bekannte Beispiele fĂŒr CMS im Web-Bereich sind WordPress, Drupal oder Joomla!

Back-End und Front-End

Aussprache: [ˌbĂŠkˈend] und [frʌnt end]

Die beiden Begriffe Back-End und Front-End bezeichnen die zwei Ebenen der Informationsdarstellung. Dabei ist in der Regel das Front-End nĂ€her am Benutzer, das Back-End nĂ€her am System. Im Falle eines Web-CMS werden im Back-End die verschiedenen Inhalte gepflegt und organisiert, so dass diese auf eine intelligente Weise fĂŒr den Nutzer im Front-End als visuelle und grafisch aufbereitete Version dargestellt werden.

Wireframe

Aussprache: [ˈwaÉȘə.freÉȘm]

Ein Wireframe ist ein sehr einfach gehaltener, skizzenartiger Entwurf der visuellen Darstellung einer Webseite. Dabei geht es primĂ€r darum, die Anordnung der verschiedenen Elemente und der damit einhergehenden BenutzerfĂŒhrung effizient zu klĂ€ren. Mit dieser Technik wird zum Beispiel eruiert wie eine Navigation aussehen oder wie die Startseite aufgebaut sein soll. Die visuelle Gestaltung der Website ist nicht Teil des Wireframes. In diesem Zusammenhang spricht man von einem Mock-up.

Mock-up

Aussprache: [ˈmɒk.ʌp]

Mock-ups sind die visuelle Ausgestaltung einzelner Webseiten in einem Grafikprogramm. Diese klĂ€ren Punkte wie Farben, Schriften, Formen oder AbstĂ€nde von allen Elementen einer Website und dienen als Grundlage fĂŒr die Entwicklung des Front-End.

Product Owner

Aussprache: [ˈprɒd.ʌkt ˈəʊ.nər]

Der Product Owner (PO) ist eine von insgesamt sechs Rollen, welche in Scrum auftreten. Seine Aufgabe ist mit derjenigen eines Projektleiters verwandt. Neben der Projekt-Terminierung trĂ€gt der PO die Verantwortung fĂŒr die Konzeption und die Projektkosten. Im weiteren definiert der PO die Richtung der Produktentwicklung mit Hilfe des Product Backlogs (=eine priorisierte FunktionalitĂ€tenliste). Der Product Owner nimmt die vom Team gelieferte Leistung hinsichtlich der im voraus definierten Abnahmekriterien ab.

Scope

Aussprache: [skəʊp]

Der Scope steht fĂŒr den Inhalt bzw. Umfang eines Projektinkrements.

Ihre Begriffe fĂŒrs Wörterbuch?

Dies sind sicherlich einige der gelĂ€ufigsgten Begriffe welche mir im Agentur-Alltag begegnen. Sie denken ein wichtiges Wort fehlt? Das wĂ€re doch ein guter Grund, fĂŒr eine Version 2 des Wörterbuches fĂŒr Web-Agenturen 😉

Quellen:


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