Die digitale Öffnung der Schweiz

Gastbeitrag Veröffentlicht in: Swiss Made Software 2013 International ist Open Government Data, der offene Zugang zu Behördendaten, bereits seit zehn Jahren ein Thema unter IT-Profis. Die Politik brauchte etwas lÀnger. Nach ersten Erfolgen im Ausland kommt jetzt die Schweiz.

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**Gastbeitrag

** Veröffentlicht in: Swiss Made Software 2013

International ist Open Government Data, der offene Zugang zu Behördendaten, bereits seit zehn Jahren ein Thema unter IT-Profis. Die Politik brauchte etwas lÀnger. Nach ersten Erfolgen im Ausland kommt jetzt die Schweiz.

Mit dem Projekt Open Government Data (OGD@Bund) ist Open Data in der Schweiz auch auf Bundesebene angekommen. FĂŒnf BundesĂ€mter geben seit September 2013 erstmals zentralen Zugriff auf ihre Daten in maschinenlesbarer Form. Durch diesen Zugang sollen drei Ziele verfolgt werden: Ankurbeln wirtschaftlichen Wachstums, mehr politische Transparenz und eine höhere Effizienz der öffentlichen Verwaltung. Umgesetzt wurde das Innovationsprojekt durch itopia und Liip.

International angestossen haben Open Data der ehemalige englische Premier Gordon Brown und der WWW-Erfinder Tim Berners-Lee. «Was kann ich fĂŒr England auf IT-Ebene tun?», soll Brown Letzteren gefragt haben. Berners-Lee schlug vor, die Datensilos der Verwaltung zu öffnen und so Innovatoren zugĂ€nglich zu machen. Gesagt, getan. Das war 2007. Aber es lag wohl in der Luft. Barack Obama nutze kurz darauf seine Antrittsrede, um Open Data in den USA auf die politische Agenda zu bringen. Daraufhin folgten erste Bestrebungen in Österreich, Norwegen und Italien. Jetzt zieht die Schweiz nach.

Neue Entwicklungen

Portal. Kurz zuvor hatte sich der Verein Open Data gegrĂŒndet, der die Interessen der Bewegung in der Schweiz vertritt. Zwar gibt es auf der Webseite des Vereins bereits viele interessante Projekte wie eine Simulation des Bahnverkehrs oder die Visualisierung der StadtzĂŒrcher Finanzen – mit der Lancierung von OGD@Bund landet man man aber auf einer anderen Ebene.

Neben dem Bundesarchiv sind das Bundesamt fĂŒr Statistik, swisstopo, MeteoSchweiz und die Nationalbibliothek Projektpartner. UnterstĂŒtzt werden sie durch die Bundeskanzlei und das Informatiksteuerungsorgan des Bundes (ISB).

Kosten rechtfertigen

Dabei ist es nicht immer leicht, die Kosten zu rechtfertigen. Dennoch gibt es gute Beispiel aus dem Ausland: In England gelang es, durch eine kombinierte Veröffentlichung von SauberkeitsprĂŒfungen und Ansteckungsraten in KrankenhĂ€usern bestimmte AnsteckungsfĂ€lle um 80 Prozent zu reduzieren.

Die Schweizer Regierungsdatenbank hat aber aus technischer Sicht bereits neuen Boden gebrochen. Liip entwickelte die Software im Bereich der Mehrsprachigkeit weiter. Aber auch an die Zukunft wurde gedacht: Weitere Bundesinstitutionen sowie Kantone, StĂ€dte und Gemeinden können sich einfach anschliessen und ihre Daten verfĂŒgbar machen. GemĂ€ss Liip soll dies dank der föderalen Architektur von OGD@Bund mit vertretbarem Aufwand möglich sein. Eine Option, die genutzt wird: Mit ZĂŒrich hat sich ein erster Kanton angeschlossen. Bereits Interesse angemeldet haben weitere Kantone, StĂ€dte und Bildungsinstitutionen.

Alle Schotten auf: Mit OGD@Bund macht Bundesbern einen Schritt in Richtung Zukunft.


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